Im Gespräch mit.. KARSTEN MOSEBACH

Karsten Mosebach

Ich durfte bereits das ein oder andere Mal mit Karsten auf Tour gehen. Auch durfte ich bei Vorträgen zugegen sein. Und ich fand es immer sehr inspierierend und spannend !

Für alle, die dich nicht kennen, wer bist du, was machst du ?
Ich bin 49 Jahre alt und arbeite am Gymnasium Melle als Chemie- und Erdkundelehrer. Fotografie ist für mich ein Hobby, das nahezu meine gesamte Freizeit einnimmt. Gelegentlich nehme ich Auftragsarbeiten an. Zudem verkaufe ich hin und wieder Drucke. Regelmäßig arbeite ich für zwei verschiedene Fotozeitschriften.

Karsten, wie bist du zur Fotografie gekommen ?
Dafür waren zwei Dinge ausschlaggebend. Zum einen hatte ich vergessen, mich für eine Projektwoche in irgendein Projekt einzutragen. Das einzige, was überblieb, war ein Kurs, in dem ich Schwarz-Weiß-Entwicklung im Fotolabor lernte. Um zu entwickeln musste ich fotografieren. Womit ich nicht gerechnet hatte war, dass es riesig Spaß gemacht hat.

Zum anderen nahm ich etwa zur gleichen Zeit ein (Jäger)Freund mit auf die Pirsch. Ich saß, wartete, und überall raschelte es – superspannend. Und seitdem bin ich der Naturfotografie verfallen.

Wo liegt dein fotografischer Schwerpunkt ?
Gerne würde ich sagen, dass mir völlig egal ist was in der Natur ich fotografiere. Wenn ich mir aber meine fertigen Bilder anschaue sind es doch sehr viele Vogelaufnahmen in meinem Archiv.

Warum gerade Naturfotografie, was fesselt dich daran ?
Das sind vor allem zwei Dinge, Erstens liebe ich es, draußen zu sein, einem Tag beim Erwachen zuzuschauen. Wenn z.B. Morgennebel aufsteigt oder sich hohe Gewitterwolken auftürmen. Und zweitens habe ich einen ausgeprägten Jagdtrieb. Auf Tiere zu warten und zu versuchen sie ansprechend zu fotografieren. Beides ist für mich total spannend und aufregend.

Du hast ja bereits als Redakteur für die Zeitschrift NaturFoto gearbeitet. Magst du etwas darüber erzählen ?
Nach meinem Referendariat hatte ich absolut keine Lust auf Schule. Ich brauchte erstmal Abstand. Bei der Zeitschrift NaturFoto, für die ich schon länger als freier Mitarbeiter hin und wieder schrieb und fotografierte, wurde eine Stelle als Redakteur frei. Ich hatte Glück und bekam die Stelle. Auch heute noch habe ich gute Kontakte zum Tecklenborg Verlag und arbeite regelmäßig als freier Autor für NaturFoto. Für mich ist es sehr schön gleichzeitig zwei so spannende Tätigkeiten ausüben zu können, wobei natürlich der Lehrerberuf absolut im Vordergrund steht. Ich habe das Glück, supernette Schüler und Kollegen zu haben.

Ich weiß, das du auch bereits ca. 10 Bücher geschrieben hast.. welche Themen hast du hier gewählt ?
Vor allem ist es meine direkte Heimat, der Teutoburger Wald, hier fotografiere mit Abstand am häufigsten. Dann gibt es aber auch Bildbände über Jordanien, Australien (mein erstes Buch, aus dem Jahr 2000) und Ende kommenden Jahres erscheint ein Bildband über Tasmanien. Besonders glücklich war ich über die Möglichkeit, ein Foto-Lehrbuch der etwas anderen Art machen zu dürfen. Darin zeigen wir nicht nur fertige gute Fotos, sondern auch die fehlerhaften Bilder, die auf dem Weg dorthin entstanden sind. So kann der Leser viel besser gestalterische und technische Entscheidungen beim Fotografieren nachvollziehen.

Es wäre spannend zu wissen, ob du auch ein fotofgrafisches Vorbild hast ?
Alle, die tolle Bilder machen. Besonders gut finde ich Sandra Bartocha, Hermann Hirsch und Klaus Tamm.

Was macht für dich ein gutes Bild aus ?
Schwierige Frage. Manche Bilder springen mich direkt an, manche aber erst auf den zweiten Blick. Oft brechen spannende Bilder fotografische Grundregeln. Ein gutes Bild fesselt mich immer wieder, auch wenn ich es oft anschaue. Viele Bilder dagegen sind nur schein-schön. Solche lösche ich spätestens nach ein paar Monaten aus meinem Archiv.

Findest du es wichtig, die eigenen Bilder auch zu drucken ?
Nein, ich drucke praktisch gar keine Bilder für mich selbst aus.

Was war die verrückteste Geschichte, die du bei der Erstellung deiner Bilder erlebt hast ?
In Australien bin ich mal vor einem Krokodil weggerannt. Ich habe sogar den Fotoapparat stehen lassen. Den konnte ich mir erst nach Stunden holen, als das Reptil wieder weg war. Da bin ich noch Monate später nachts schreiend aus dem Schlaf hochgefahren…

Hast du eine deiner Fotografien vor Augen bei der du sagen würdest, Ja, das ist meine beste Aufnahme ?
Nein. Leider gäbe es immer irgendwas zu verbessern.

Du gibst ja auch Workshops und bietest Fotoreisen an. Erzähl uns etwas darüber und beschreib wo sich Interessenten nähere Infos holen können..
Das ist wahrscheinlich mein Lehrer-Gen. Auch außerhalb der Schule was beibringen wollen! Aber es macht einfach Spaß, mit gleichgesinnten loszuziehen, Bilder zu bearbeiten und hinterher über die Bilder zu diskutieren. Gleiches gilt auch für die Fotoreisen. Infos gibt es dazu auf meiner, leider nicht immer aktuellen, homepage, oder besser beim Veranstalter, dem fotoforum Verlag unter fotoforum.de

Hast du ein bestimmtes Motiv im Kopf, welches du 1x im Leben fotografieren möchtest, aber bislang noch nicht gemacht hast ?
Alles was ich noch nicht fotografiert habe – und da werden mir die Motive wohl nie ausgehen.

Wieviel Zeit investierst du im Schnitt für die Nachbearbeitung deiner Bilder am Computer ?
Möglichst wenig. In seltenen Fällen ist es mehr als eine Minute. Manchmal werden es vielleicht fünf Minuten.

Wieviel Zeit investierst du für Social Media ? (Blog, Netzwerke..)
Wenig. Ich bin angemeldet bei fb. Das ist alles. Und dort bin ich keineswegs täglich unterwegs. Lieber gehe ich fotografieren als in fb Zeit zu verbringen.

Was sind deine Ziele für die nächsten Jahre ?
Jedes Jahr 12 tolle Bilder machen. Das würde schon reichen. In 2019 werde ich wieder nach Tasmanien reisen. Darauf freue ich mich sehr. Weiter in der Zukunft ist aber nichts geplant.

Wo zeigst du deine Bilder am liebsten ?
Vorträge finde ich einen tollen Weg Bilder zu zeigen. So kann ich zeigen wie schön Natur ist und hoffentlich andere Menschen für Natur begeistern.

Was darf in deiner Kameratasche auf keinen Fall fehlen ?
Nichts. Sie ist groß genug, dass alles hineinpasst. Ich lasse nix zuhause. Von 16 bis 500 mm reichen meine Objektive. Dazu noch einen Elektro-Fernauslöser und Filter für die Landschaftsfotografie.

Gibt es einen Tip, den du gerne an andere Fotografen weitergeben würdest ?
Dranbleiben. Nicht aufgeben, immer weiter am jeweiligen Wunschmotiv arbeiten. Und die eigenen Bilder anderen Fotografen zeigen, die ernsthaft kritisieren. Nichts ist schlimmer als Freunde, die immer alles gut finden was man fotografiert hat.

Vielen Dank für den Einblick in dein fotografisches Leben !